Biggi und das Lügenmonster
23/10/10 09:36

Diese Geschichte handelt von Freundschaft, Lüge und Wahrheit.
Biggi und ihre beiden Freundinnen Beate und Petra sind unbeschwerte Schulmädchen,
die viel Zeit zusammen verbringen und viele schöne Dinge erleben.
Eine ungute und bedrohliche Begegnung mit drei Jungs bringt Angst,
falsche Gedanken und schlechte Gefühle in Biggis Leben.
Sie erlebt, wie ihre Freundinnen ihr beistehen. Außerdem macht sie durch Petra Bekanntschaft
mit dem „Wahrheitsbuch“, das bewirkt, dass diese Gedanken in Form des Lügenmonsters sich in Luft auflösen.

Fröhlich, frisch und frei, das ist Biggi. Sie ist ein lustiges Mädchen mit zwei langen blonden Zöpfen.
Sie trägt eine Brille und hat viele Sommersprossen auf der Nase.
Ihre Lieblingsfarbe ist orange, deshalb trägt sie gerne ihr oranges Lieblingskleid.

Meist hüpft sie unternehmungslustig durch die Gegend und freut sich am Leben.

Sie ißt sehr gerne Äpfel und merkt dabei gar nicht, wie ihre Wangen bei jedem Biß ein bißchen rosiger werden.
Sie ist nur selten krank, weil sie mit ihren Freundinnen viel draußen spielt.

Biggi hat viele Freundinnen aber am liebsten spielt sie mit Beate und Petra.
Beate ist sehr freundlich und immer gut gekleidet. Oft hat sie einen Hut auf,
der ihr allerdings beim Spielen manchmal vom Kopf fällt.
Petra dagegen trägt meist ihre bequeme Latzhose, die schon so abgenutzt ist,
dass sie sogar an den Knien Flicken hat.

Petra lacht viel und ist für jeden Spaß zu haben. In ihrer Hosentasche trägt sie immer ein
kleines Buch mit sich herum. Sie nennt es ihr „Wahrheitsbuch“.
Aber bis jetzt hat Biggi noch nicht herausgefunden, was darin steht...

Jeden Tag nach der Schule treffen sie sich auf einer Wiese zum Spielen.
Langeweile kennen die Freundinnen nicht.
Sie lieben Ballspiele und Biggi ist eine gefürchtete Gegnerin beim Fußball.

Gerne spielen sie „Gummihüpfen“. Hierin ist Petra Spezialistin mit ihrer Latzhose.
Oft vergessen sie die Zeit und spätestens wenn die Kirchturmglocke um halbsieben läutet,
werden sie daran erinnert, dass sie nach Hause gehen müssen.

Manchmal im Sommer waten sie auch barfuß durch den kleinen Bach, der neben ihrer Spielwiese fließt.
Eines Tages hat Biggi darin einen Molch entdeckt und setzt ihn auf ihre Hand.
Sie gibt ihm den Namen „Strolch“ denn er sieht sehr unternehmungslustig aus.
So erleben sie viele lustige Tage zusammen...

...bis eines Tages andere Kinder auf ihrer Spielwiese auftauchen.
Ein paar freche Jungs, die mindestens einen Kopf größer sind als Biggi.
Sie stellen sich angeberisch vor die Mädchen hin und verbieten ihnen, die Wiese zu betreten.
„Das ist jetzt unsere Wiese, verschwindet von hier!“ Mit weit aufgerissenen Augen
stehen die Mädchen da und können gar nichts sagen. Sie fürchten sich zum ersten Mal, die Wiese zu betreten.

Biggi geht mit hängenden Schultern weg und merkt gar nicht,
dass sie von nun an einen für sie unsichtbaren Begleiter hat:
das Lügenmonster setzt sich auf ihre Schulter und flüstert ihr ein, dass
sie am besten nie mehr hier her kommt, weil die großen Jungs sie sonst verhauen.

Am nächsten Tag geht es Biggi gar nicht gut. Die Schultern hängen immer noch und selbst die Äpfel schmecken heute nicht.
Auch ihre Wangen sind etwas blaß.
Am Nachmittag klingelt es bei Biggi an der Haustüre. Da kommt ihr plötzlich der Gedanke in den Kopf,
die frechen Jungs könnten vor der Türe stehen. Sie bemerkt allerdings wieder nicht das Lügenmonster in ihrer Nähe.
Biggi erschrickt bei diesem Gedanken und versteckt sich hinter dem Schrank.
Das hat sie noch nie gemacht. Bisher war sie immer neugierig, wer wohl vor der Türe steht und freute sich über jeden Besuch.

Erst als Biggi hört, dass ihre Freundinnen Beate und Petra sie abholen wollen, kommt sie aus ihrem Versteck hervor.
Beim gemeinsamen Spiel bemerkt Beate, dass Biggi nicht so fröhlich ist, wie sie es von ihr kennt.
Nun lässt Biggi nicht nur ihre Schultern, sondern auch den Kopf ein bißchen hängen.
Auch ist sie beim „Fangen spielen“ nicht ganz so schnell wie sonst. Biggis Freundinnen sind sehr verwundert.....

In der folgenden Woche, als Biggi morgens vor dem Spiegel steht, erschrickt sie wieder.
Sie sieht wirklich blass aus aber nicht nur das: viele doofe Gedanken schiessen ihr durch den Kopf:
„Die Sommersprossen auf meiner Nase sehen ja wirklich blöd aus!“ „Warum muss ich nur diese Brille tragen?“
„Ich bin ja gar nicht so hübsch wie andere Mädchen!“ Wo kommen nur diese unbekannten Gedanken her?
Bisher hatte sie sich noch nie an ihrem Aussehen gestört. Sie war immer glücklich und zufrieden, so wie sie war.
Wieder merkt Biggi nicht, dass das Lügenmonster nicht weit entfernt ist..

In der Schule steht die nächste Klassenarbeit in Mathe an. Biggi ist eine sehr gute Rechnerin
und eine der besten Schülerinnen in der Klasse. Deshalb fürchtet sie sich nie vor einer Klassenarbeit.
Aber diesmal weiss Biggi auch nicht, was mit ihr los ist. Sie zweifelt plötzlich daran, dass sie es schaffen wird.
„Habe ich auch genügend gelernt?“ „Bestimmt schreibe ich eine schlechte Note!“
Wegen dieser Gedanken, kann sie sich gar nicht richtig konzentrieren und sie kommt nicht so zügig voran wie sonst.
Aber wieder bemerkt sie nicht, woher diese Gedanken kommen, die sie richtig durcheinander wollen....

Nach der Schule ist Biggi völlig geknickt: Sie vermutet, dass sie diesmal keine so gute Note in Mathe haben wird.
Nun hängen nicht nur die Schultern und der Kopf, sondern auch ihre Mundwinkel.
Sie sieht ganz und gar nicht mehr fröhlich, frisch und frei aus. Ihre Freude ist verschwunden und egal, was sie anstellt,
sie wird diese blöden Gedanken einfach nicht mehr los, die ihr ständig einreden wollen: „Du bist nicht hübsch!“
„Du kannst nicht gut rechnen!“„Auf die schöne Spielwiese kannst du nie wieder gehen, dort ist es gefährlich!“

Petra betrachtet ihre Freundin Biggi und kann nicht mehr länger zuschauen, wie sie sich
quält. „Was ist nur los mit dir, Biggi! So kenne ich dich gar nicht!
Seit einiger Zeit siehst du richtig geknickt aus und hüpfst nicht mehr so fröhlich durch die Gegend.“
Biggi zögert zuerst, aber dann erzählt sie ihrer Freundin von den komischen Gedanken,
die sich seit einiger Zeit in ihrem Kopf befinden. wieder bemerkt Biggi nicht, wie das Lügenmonster in ihrer Nähe immer größer wird....

Petra grinst über das ganze Gesicht. „Das kenne ich!“ ruft sie erleichtert.
„Du hast dir ein Lügenmonster eingefangen! Aber es gibt ein Gegenmittel,
das es unfähig macht und vertreibt:“ Petra greift in ihre Hosentasche.
Sie zieht ihr Wahrheitsbuch heraus und Biggi darf zum erstenmal hineinschauen.

Petra hat anscheinend schon etwas Erfahrung mit Lügenmonstern.
Die Mädchen setzen sich auf eine Bank im Park und Petra erklärt: „Weißt du, Biggi, diese Lügenmonster sind sehr erfinderisch und anpassungsfähig“.
Für jede Situation haben sie eine Lüge parat und sie erfinden ständig neue. Aber in meinem Wahrheitsbuch findest du für jede Art von Lüge ein Gegenmittel:
„Mein Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: Es gibt ein „Altes Buch“ und ein „Neues Buch“. Je mehr du darin liest, umso besser wirst du dich darin auskennen.“

Das Lügenmonster war ebenfalls in der Nähe und konnte nicht mit ansehen, wie die beiden Mädchen sich mit dem Wahrheitsbuch beschäftigten.
„Noch nie ist mir ein Buch begegnet, das so wichtig für mich ist, deshalb möchte ich es immer bei mir haben.
Es erzählt viel über uns Menschen und Gott, der uns gemacht hat. Er hat uns sehr, sehr lieb und möchte ganz nah bei uns sein.
Leider wollen die meisten Menschen nichts mit ihm zu tun haben, was ihn sehr verletzt. Um sich mit den Menschen zu versöhnen,
hat Gott seinen Sohn Jesus Christus zu uns auf die Erde geschickt. Als er starb, baute er eine Brücke zwischen Gott und den Menschen.“

So ist das Wahrheitsbuch gleichzeitig ein Liebesbrief von Gott an uns, eine Gebrauchsanweisung für unser Leben
und sogar eine Waffe, zum Beispiel gegen schlechte Gedanken.“ Das Lügenmonster wird bei Petras Worten immer blasser.
„Also, was war der erste blöde Gedanke, der dir begegnet ist?“ fragt Petra.
Biggi denkt nach und erinnert sich: „Das war, als die großen Jungs uns von unserer Spielwiese vertrieben haben,
erinnerst du dich? Danach dachte ich, dass wir wohl nie wieder dort spielen können, weil ich Angst vor diesen Angebern hatte.“
Petra erinnert sich. „Aber Biggi, weißt du denn nicht, dass diese Jungs nur bei unseren Nachbarn zu besuch waren
und schon längst wieder abgereist sind? Natürlich können wir wieder auf der Wiese spielen gehen!“

„Und außerdem steht in meinem Buch viel darüber, dass wir uns nicht fürchten brauchen“,
Petra beginnt, in ihrem Wahrheitsbuch zu blättern: „Hier, im „Alten Buch“ steht: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir!
Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!“ (Jesaja 41, 10)
Gott hat uns gemacht und er gibt auf uns acht, deshalb müssen wir keine Angst haben, er ist stärker als alles!“
Als Biggi das hört, beginnt sie, erleichtert zu lächeln.
Und das Lügenmonster, das sich immer noch in Biggis Nähe befindet, sieht aus,
als hätte es gerade einen heftigen Schlag auf den Kopf bekommen.

„Aber erzähl mir noch mehr von diesen blöden Gedanken,“ ermuntert Petra ihre Freundin.
Inzwischen ist auch Beate dazugekommen und interessiert sich für Petras Wahrheitsbuch.
Biggi erzählt nur langsam vom Spiegel und was sie darin gesehen hat, nämlich dass sie sich überhaupt nicht mehr hübsch fand.
Petra beginnt laut zu lachen.
„Ja, ja, das ist eine alte Masche von den Lügenmonstern. Sie hacken immer gerne auf unserem Aussehen herum!“
antwortet Petra. Petra blättert eifrig in dem Buch: „Aber auch hierfür gibt es ein Gegenmittel! Hier steht im „Alten Buch“,
dass du auf eine wunderbare und einzigartige Weise gemacht bist! Hörst du, Biggi, nicht nur hübsch bist du, sondern einzigartig!“ (Psalm 139,14)
Biggi hebt den Kopf hoch, der schon so lange heruntergehängt ist, und lächelt.
Das Lügenmonster ist immer noch da, aber es verzieht das Gesicht, als hätte es fürchterliche
Bauchschmerzen. Und – es wird immer kleiner....

„War das alles?“ will Petra wissen. Biggi denkt scharf nach. Plötzlich erinnert sie sich an die Mathearbeit.
Sie erzählt von den Gedanken, die sie bei der Mathearbeit ständig abgelenkt haben und dass sie befürchtet,
eine schlechte Note zu bekommen. Petra nickt nur zustimmend und schlägt zielstrebig eine Seite im Wahrheitsbuch auf.
Beate entdeckt, dass sie diesmal im „Neuen Buch“ liest: „Ich kann alles durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt.“ liest Petra.
„Wenn Christus dein Freund ist und du dir von ihm helfen lässt, seid ihr ein unschlagbares Team, auch in der Mathearbeit,“ fügt sie noch zur Erklärung hinzu.
Da springt Biggi von ihrem Platz auf fühlt sich besser denn je. Ihre Freundinnen freuen sich sehr über diese plötzliche Veränderung.
Das Lügenmonster jedoch löst sich in Luft auf, so als ob es von einer Nadel gestochen wird und zerplatzt...

In den folgenden Tagen sind die drei Freundinnen wieder jeden freien Nachmittag auf ihrer Spielwiese zu finden.
Sie spielen Fußball, Gummihüpfen oder suchen Strolch, den Molch.
„So ist das also mit deinem Wahrheitsbuch,“ unterhalten sich die Mädchen.
Biggis und Beates Neugier ist geweckt und sie möchten unbedingt auch so ein Buch haben.
„Gibt es das zu kaufen?“ möchte Beate wissen. „Ich denke schon, ich habe es von meiner Oma geschenkt bekommen.
Aber meistens wird es anders genannt. Sein richtiger Name ist: „Bibel“.“ erklärt Petra.

Eines Tages, als Biggi, Beate und Petra
wieder einmal beim Spielen auf der Spielwiese sind,
tauchen plötzlich zwei freche Jungs auf und wollen sie von der Wiese verscheuchen.
Die Freundinnen sehen sich kurz an,
grinsen und greifen in ihre Hosen- oder Rocktaschen.....